Jede dritte Person fühlt sich einsam. Ein Viertel der Bevölkerung lebt in Basel-Stadt in einem Einpersonenhaushalt. Wir brauchen eine Strategie gegen Einsamkeit und eine Stärkung des diesbezüglichen zivilgesellschaftlichen Engagements.

Jede dritte Person in der Schweiz fühlt sich gemäss einer epidemiologischen Studie der Universität Zürich einsam. Einsamkeit ist, wissenschaftlich belegt, so schädlich wie das Rauchen. Sie verkürzt die Lebenserwartung und macht psychisch und körperlich krank. Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Problem.

Im Kanton Basel-Stadt lebt rund ein Viertel der Bevölkerung in einem Einpersonenhaushalt. Bei den über 60Jährigen sind es 40 Prozent. Einsamkeit ist ein Thema im Alter. Aber nicht nur! Sie betrifft zum Beispiel zunehmend auch junge Menschen oder Alleinerziehende. Durch die Covid-Pandemie hat die psychische Belastung generell zugenommen. Ein wichtiger Faktor spielen dabei die verstärkte Einsamkeit und soziale Isolation, die durch die Pandemie auch sichtbarer geworden sind.

Verschiedene zivilgesellschaftliche Institutionen leisten mit ihrer Arbeit einen Beitrag gegen die Einsamkeit. Zum Beispiel die Landeskirchen mit ihren Mittagstischen für ältere Mitmenschen, die Quartierarbeit oder Vereine der Nachbarschaftshilfe. In einem Kanton mit 50 Prozent Konfessionslosen stellt sich aber die Frage, welche Strukturen diese Menschen erreichen. Andernorts wird die Einsamkeit offensiver angegangen. In Grossbritannien gibt es eigens ein Ministerium gegen Einsamkeit, welches Pionierarbeit leistet.

Auch Basel-Stadt braucht eine Strategie gegen Einsamkeit. Das Engagement gegen Einsamkeit soll ein Bestandteil der Abteilung Stadtteilentwicklung werden. Es braucht eine wissenschaftliche Analyse der Verbreitung von Einsamkeit und ihrer gesundheitlichen Auswirkungen in Basel-Stadt, die Erfassung bestehender Angebote von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und neue zielgruppengerichtete Pilotprojekte. Diese in den Quartieren koordiniert werden. Gefördert werden sollen insbesondere innovative Projekte von neuen Initiativen und weniger von bereits etablierten Institutionen. 

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